The two noble Kinsmen

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… ist sicherlich eines der unbekannteren Werke von William Shakespeare.

Kaum gespielt und anfänglich aus der Feder von John Fletcher zugeschrieben, wird angenommen, dass Altmeister William Shakespeare dieses Stück in Gemeinschaft mit John Fletcher geschrieben hat.

Als Theaterfan liebe ich Shakespeare und hatte mir das Stück vor einigen Jahren in London im Shakespeare’s Globe Theatre angesehen.

Fasziniert von der Geschichte, habe ich mir sofort das Buch zugelegt und nachgelesen.

Ein Grund, weshalb es so wenig aufgeführt wird, liegt wohl darin begründet, dass es ein sehr aufwendiges Stück mit sehr vielen Charakteren ist. Heutzutage undenkbar, es auf eine Theaterbühne zu bringen. Die Anzahl der Mitwirkenden erreicht fast die Größe eines Ensembles einer Oper.

Es enthält alles was ein Schmöker benötigt: Männerfreundschaften, Komödie, Liebe, Drama, Kämpfe, Eroberungen, Krieg …

Bisher habe ich noch keine Übersetzung ins Deutsche ausfindig machen können. Doch wer Shakespeare liebt, lässt sich davon nicht abhalten.

Maren G. Bergmann

 

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Lesung: Liebessprung

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Christiane Bößel packte die Gelegenheit beim Schopfe und meldete sich bei mir, um mir ihr Buch vorzustellen.
Nachdem der erste Kontakt hergestellt war, bekam ich von ihr die Leseprobe, die wie folgt begann:

Ich hatte die Schnauze voll von Penissen.

Nun, diesen Satz ließ ich erst einmal in mir wirken und haderte eine Minute wegen seiner Doppeldeutigkeit.

Wenn ich eine Autorin oder einen Autor und sein Werk vorstelle, weiß ich im Vorwege nie, ob nicht auch Kinder unter den Gästen anwesend sein werden und an der Lesung teilnehmen. Doch diesen Gedanken schickte ich erst einmal in den hinteren Teil der Schublade meines Gewissens und begann die ersten Kapitel von ihrem Buch
Liebessprung zu lesen.
Immer wieder musste ich schmunzeln, über den erfrischenden Liebessprungund humorvollen Schreibstil der Autorin.
Anfangs dachte ich, es wäre ein Herz-Schmerz-Liebesroman, und er wäre für eine Präsentation auf dem Sci-Fantasy Dinner nicht geeignet, bis sich dann herausstellte, dass der Liebhaber aus einem Paralleluniversum kam und somit die Voraussetzung für die Vorstellung des Romans erfüllt war.
Nun wurde ich ganz kribbelig und konnte es kaum abwarten, wie die Zuhörer darauf reagieren würden. Meine Neugierde war geweckt.

Diesmal bekam ich sogar ein Ansteckmikrophon verpasst. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Nach anfänglichen technischen Pannen, die aber zügig behoben wurden, konnte es dann losgehen.12232932_981085315284693_2408345185007729226_o

Ich war froh, dass ich Textauszüge ausgesucht hatte, die auch für ein jüngeres Publikum ‚geeignet‘ waren, denn wir hatten zwei Kinder unter den Zuhörern.

Während ich den Text vorlas, waren nur Geräusche aus dem Gastraum des angrenzenden Restaurants und der Küche zu vernehmen.
Nachdem ich geendet hatte und Applaus den Raum erfüllte, trat plötzlich einer der Zwerge vor mich. Mit stolz erhobener Brust hob er seinen Arm. Erstaunt sah ich ihn an und wollte gerade meine Frage formen, als ich sah, wie seine Hand sich zu einer Faust ballte. Jäh schnellte sein Daumen in die Höhe, gefolgt von einem schelmischen Grinsen.
Das wohl schönste Kompliment, das man als Vorleserin bekommen kann:
einen „Daumen hoch“ hatte er mir gegeben. Anscheinend hat ihm die Geschichte auch sehr gut gefallen.

Maren G. Bergmann

Feuer und Wasser

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Eine schöne Geschichte die ich im Netz gefunden habe, und allen Liebenden nicht vorenthalten möchte.

Feuer und Wasser

Als Feuer und Wasser sich das erste Mal begegneten, waren sie voneinander fasziniert. Das Feuer war ungestüm und temperamentvoll, leuchtend und heiß, brodelnd und aufregend. Das Wasser hingegen floss ausgeglichen vor sich hin, war klar und beruhigend, glitzernd und erfrischend. Staunend betrachteten sich Feuer und Wasser. Beide entdeckten am anderen unzählige Eigenschaften und Besonderheiten, die sie an sich nicht kannten. Und da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, blieb es nicht aus, dass sich Feuer und Wasser ineinander verliebten. Sie trafen sich, hatten Spaß miteinander, lernten voneinander und ergänzten sich wunderbar. Weil sie sich gegenseitig so kostbar geworden waren, beschlossen Feuer und Wasser, für immer zusammenzubleiben. Sie feierten ein großes Fest. Viele Gästen waren geladen – auch der Wind. Der schenkte ihnen eine bauchige Flasche mit wertvollem Inhalt. Nach der Feier öffneten Feuer und Wasser die Flasche und entnahmen daraus eine alte Schriftrolle. Auf dem Pergament stand Folgendes geschrieben: “Passt auf, dass ihr eure Individualität behaltet! Ihr seit so verschieden und schätzt dies aneinander. Hütet diesen Schatz, denn dieser ist das Geheimnis eurer Liebe. Respektiert eure Grenzen! Lernt voneinander, aber versucht nicht, euch gegenseitig umzuerziehen! Entdeckt immer wieder Neues aneinander! Glaubt nie, dass ihr das Geheimnis des anderen gelüftet habt, und achtet einander jeden Tag eures gemeinsamen Lebens!” Feuer und Wasser lasen die Flaschenpost aufmerksam durch und dachten darüber nach. Dann stellten sie die bauchige Flasche gut sichtbar in ihrer gemeinsamen Wohnung auf, um immer wieder an deren Inhalt erinnert zu werden.

Wenn du deinen Partner respektierst, ihn nicht versuchst nach deinem eigenen Ideal zu formen, sondern ihn so behältst, wie er ist, dann kann kaum etwas der ewigen Liebe entgegenwirken.

Tagebuch Teil 2

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Computerliebe

Es ist bereits nach zwanzig Uhr und im Fernseher läuft die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung, und so weiter, und so fort …

Das klappernde Geräusch begleitet meine Finger, während sie über die Tastatur huschen. Dieses Geräusch ist wie Balsam für meine Seele. Meine Fantasie treibt mich kontinuierlich in den tiefsten Abgrund. Und obwohl ich gerade an einem Bett gefesselt und eingesperrt in einem unterirdischen Bunker liege, beruhigt es mich. Irgendwie.

Während ich hier sitze, und die Buchstaben ihren magischen Auftritt auf dem imaginären Blatt Papier vor mir auf dem Monitor haben, steht eine andere Person plötzlich hinter mir und beobachtet mein Treiben.
Ich spüre seinen Blick im Nacken. Es hat den Anschein, als wollte er mich von hinten hypnotisieren. Sein stummes Drängen arbeitet sich in mein Gehirn vor, bis die Spannung zwischen uns zu stark für mich wird und mit einem lauten Knall, der nur in meinem Kopf zu hören ist, mich blinzeln lässt und ich mich gemächlich zurücklehne.  

»Hallo Spatz! Was gibt es?«, frage ich ihn mit einem zarten Lächeln auf den Lippen, während ich mich mit dem Bürostuhl zu ihm drehe. Natürlich weiß ich genau, was er will.

»Hab ich Post?«, fragt er lakonisch. Und damit ist nicht die Schneckenpost aus dem häuslichen Briefkasten gemeint.

Ich wende mich wieder dem Bildschirm zu, tippe mit dem Cursor der Maus auf die Lasche und das Emailprogramm öffnet sich. Obwohl ich die elektronische Post bereits vor fünf Minuten abgeholt hatte, rufe ich die Mails erneut ab, denn sonst würde er keine Ruhe geben. Es dauert keine fünf Sekunden, dann erzählt das Programm: keine neuen Mails.

Enttäuscht blickt er auf den Monitor. »Keiner mag mich«, und schlurft mit hängenden Schultern aus dem Zimmer.

Ich schreibe weiter.

»Nur dass du das weißt, ich brauche den Computer heute auch noch. Ich muss noch eine Email schreiben und vielleicht noch den Bericht fertigstellen«, werde ich wenig später grob unterbrochen.

Ich schrecke auf, war ich doch so in Gedanken versunken, dass ich sein Kommen nicht wahrgenommen hatte.

»Ja Schatz«, entgegne ich noch total verdattert, denn ich musste erst einmal meine Gedanken sortieren, die noch mit der Ausarbeitung eines Fluchtplans beschäftigt waren, bevor ich ihm meine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen kann. »Ich bin gleich fertig. Dann darfst du ran.«

»Wieso nimmst du nicht dein Netbook? Ich wusste von Anfang an, dass du es nicht nutzt!«, entgegnet er vorwurfsvoll.

Die Stirn runzelnd blicke ich ihn an. »Wieso? Ich benutze doch das Netbook. Jeden Morgen nutze ich es«, ist meine Verteidigung auf seinen Tadel.

Wir schauen uns eine Minute schweigend an. Entdecke ich da gerade ein kleines Lodern in seinen Augen?

»Ich weiß, wie du es wieder gutmachen kannst«, entgegnet er mit einem süffisanten Lächeln.

Ich lächle schüchtern zurück. »Ach ja?«, und schaue ihn mit geschürzten Lippen von unten herauf an.

»Ja.«

»Erzähl! Du hast meine ungeteilte Aufmerksamkeit.«
Mit einem verführerischen Schwung, lege ich mein linkes Bein über das Rechte und mein rechter Fuß wandert zu seinem linken Hosenbein. Dabei spielen meine nackten Zehen mit dem Stoff, bis mein Fuß von unten in das Hosenbein wandert und ich neckisch versuche, ihn so zu mir zu ziehen.

»Wie wäre es, wenn du dir ein vernünftiges Laptop zulegst? Das ist dann nur für Dich.«

Das warme Gefühl weicht einem Kalten, als das Hosenbein meinen Fuß freigibt.

Der Abschiedsbrief

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Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende. Was liegt da näher, als einen Abschiedsbrief zu schreiben…

Der Abschiedsbrief 3. Platz

Mit dieser Kurzgeschichte belegte
ich den 3. Platz
beim „Thrilling Stories“ Wettbewerb im Dezember 2014 zum Thema

‚Mein gar zu dunkles Leben‘.

„Paris. Die Stadt der Liebe. Hier wurde ich geboren. Mein späterer Siegeszug führte mich auch in andere Länder wie Deutschland oder die Schweiz. Wer mir einmal versprochen war, für den gab es kein Entrinnen!“

ACHTUNG! Diese Geschichte enthält Passagen, die für Jugendliche unter 16 Jahren nicht empfehlenswert sind!

http://www.bookrix.de/_ebook-maren-bergmann-der-abschiedsbrief/

Oder möchtest du dir die Geschichte lieber vorlesen lassen?
Dann folge diesem Pfad zum Hörtext