Valentinstag

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Bald klingeln wieder die Kassen der Blumenläden, denn am 14. Februar feiern wir Valentinstag.
Für mich war der Valentinstag in dem Sinne ein besonderer Tag, weil an diesem Datum meine Großmutter Geburtstag hatte. Nun feiern wir diesen Tag nicht mehr, da sie nicht mehr unter uns weilt.

Ansonsten kenne ich den Valentinstag nur aus der Werbung, denn bisher hatte ich nie eine Postkarte oder einen Blumenstrauß von einen heimlichen Verehrer bekommen. 😉

Da ich mit diesem ‚besonderen‘ Tag nicht so vertraut bin, er mich aber neugierig gemacht hat, habe ich mich einmal ein wenig umgehört, wie International dieser Valentinstag ist.
Tatsächlich wird er auf diversen Kontinenten gefeiert. Jedoch unterscheiden sich die Brauchtümer ein wenig.

Meine japanische Freundin erzählte mir, dass die Frauen am 14. Februar Schokolade von den Männern geschenkt bekommen. Nach Möglichkeit sollte es selbstgemachte Schokolade oder Pralinen sein. Ich durfte schon viel über die japanischen Traditionen von ihr erfahren, und so kann ich mit Gewissheit sagen, dass man sich in Japan viel Mühe mit diesen kleinen Aufmerksamkeiten macht.
Hat ein Mädchen Schokolade bekommen – so will es der Brauch – dass einen Monat später der sogenannte „Weiße Tag“ gefeiert wird. An diesem Tag revanchiert sich das Mädchen bei dem Jungen mit weißer Schokolade im Gegenzug.
Ein sehr schöner Brauch, wie ich finde. So kommen wenigstens beide Seiten auf ihre Kosten.

Der italienische Brauch ist zwischenzeitlich auch schon zu uns gewandert. Obwohl nicht zwingend der Valentinstag dafür auserchoren wird.
In Italien treffen sich die Verliebten auf Brücken. Dort werden Schlösser mit den Initialen, Sprüchen oder gar Fotos an den Geländern befestigt. Dann werfen die beiden jeweils einen Schlüssel ins Wasser und man wünscht sich etwas.

Finnland hingegen feiert Valentinstag wie die USA. Man verschickt anonyme Karten an die Person, die man verehrt oder gar liebt.
Diesen Brauch habe ich nie richtig verstanden. Warum schickt man heimlich ein Karte an die Herzallerliebste, wenn sie am Ende nicht weiß von wem sie ist? Wie soll sich daraus eine Liebesbeziehung entwickeln?

Wie auch immer. Egal, nach welcher Tradition du diesen Tag feiern wirst, er findet diesmal auf einem Dienstag statt. Nicht gerade der idealste Tag, an dem man viel Zeit mit seiner Liebsten oder seinem Lieben verbringen kann.

Dennoch wünsche dir einen schönen Valentinstag! Egal, wie du ihn verbringen wirst.

Maren G. Bergmann

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Tagebuch Teil 2

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Computerliebe

Es ist bereits nach zwanzig Uhr und im Fernseher läuft die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung, und so weiter, und so fort …

Das klappernde Geräusch begleitet meine Finger, während sie über die Tastatur huschen. Dieses Geräusch ist wie Balsam für meine Seele. Meine Fantasie treibt mich kontinuierlich in den tiefsten Abgrund. Und obwohl ich gerade an einem Bett gefesselt und eingesperrt in einem unterirdischen Bunker liege, beruhigt es mich. Irgendwie.

Während ich hier sitze, und die Buchstaben ihren magischen Auftritt auf dem imaginären Blatt Papier vor mir auf dem Monitor haben, steht eine andere Person plötzlich hinter mir und beobachtet mein Treiben.
Ich spüre seinen Blick im Nacken. Es hat den Anschein, als wollte er mich von hinten hypnotisieren. Sein stummes Drängen arbeitet sich in mein Gehirn vor, bis die Spannung zwischen uns zu stark für mich wird und mit einem lauten Knall, der nur in meinem Kopf zu hören ist, mich blinzeln lässt und ich mich gemächlich zurücklehne.  

»Hallo Spatz! Was gibt es?«, frage ich ihn mit einem zarten Lächeln auf den Lippen, während ich mich mit dem Bürostuhl zu ihm drehe. Natürlich weiß ich genau, was er will.

»Hab ich Post?«, fragt er lakonisch. Und damit ist nicht die Schneckenpost aus dem häuslichen Briefkasten gemeint.

Ich wende mich wieder dem Bildschirm zu, tippe mit dem Cursor der Maus auf die Lasche und das Emailprogramm öffnet sich. Obwohl ich die elektronische Post bereits vor fünf Minuten abgeholt hatte, rufe ich die Mails erneut ab, denn sonst würde er keine Ruhe geben. Es dauert keine fünf Sekunden, dann erzählt das Programm: keine neuen Mails.

Enttäuscht blickt er auf den Monitor. »Keiner mag mich«, und schlurft mit hängenden Schultern aus dem Zimmer.

Ich schreibe weiter.

»Nur dass du das weißt, ich brauche den Computer heute auch noch. Ich muss noch eine Email schreiben und vielleicht noch den Bericht fertigstellen«, werde ich wenig später grob unterbrochen.

Ich schrecke auf, war ich doch so in Gedanken versunken, dass ich sein Kommen nicht wahrgenommen hatte.

»Ja Schatz«, entgegne ich noch total verdattert, denn ich musste erst einmal meine Gedanken sortieren, die noch mit der Ausarbeitung eines Fluchtplans beschäftigt waren, bevor ich ihm meine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen kann. »Ich bin gleich fertig. Dann darfst du ran.«

»Wieso nimmst du nicht dein Netbook? Ich wusste von Anfang an, dass du es nicht nutzt!«, entgegnet er vorwurfsvoll.

Die Stirn runzelnd blicke ich ihn an. »Wieso? Ich benutze doch das Netbook. Jeden Morgen nutze ich es«, ist meine Verteidigung auf seinen Tadel.

Wir schauen uns eine Minute schweigend an. Entdecke ich da gerade ein kleines Lodern in seinen Augen?

»Ich weiß, wie du es wieder gutmachen kannst«, entgegnet er mit einem süffisanten Lächeln.

Ich lächle schüchtern zurück. »Ach ja?«, und schaue ihn mit geschürzten Lippen von unten herauf an.

»Ja.«

»Erzähl! Du hast meine ungeteilte Aufmerksamkeit.«
Mit einem verführerischen Schwung, lege ich mein linkes Bein über das Rechte und mein rechter Fuß wandert zu seinem linken Hosenbein. Dabei spielen meine nackten Zehen mit dem Stoff, bis mein Fuß von unten in das Hosenbein wandert und ich neckisch versuche, ihn so zu mir zu ziehen.

»Wie wäre es, wenn du dir ein vernünftiges Laptop zulegst? Das ist dann nur für Dich.«

Das warme Gefühl weicht einem Kalten, als das Hosenbein meinen Fuß freigibt.