SAMMLER UND JÄGER – eBook Piraterie

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Warum soll ich zahlen, wenn es das eBook auch umsonst gibt?
Vielen Selfpublishern ist es bereits passiert: ihr Buch – im schlimmsten Fall gar mehrere ihrer Bücher – wurden auf Piratenseiten zum kostenlosen Download angeboten, obwohl der oder die AutorIn dies nicht autorisiert hat.

Einige Autoren sehen darin kostenlose Werbung. Schließlich erreicht ihr Werk über diesen Umweg sehr viel mehr Leser. Sie trösten sich mit dem Gedanken, dass dem Leser das Buch so gut gefällt und beim nächsten Mal ein weiteres Werk dieses Autors gekauft wird.
Meines Erachtens ist dies ein Trugschluss und bringt viele Selfpublisher um den Verdienst, der ihnen zusteht.
Nicht jeder Selbstverleger kann von dem, was er mit seinen eBooks verdient, ein Leben bestreiten.
Da zählt jeder Cent.
Selfpublisher sind auch nur Menschen, und es ist kein Geheimnis, dass sie nicht nur von Luft, Liebe und Hingabe zum Schreiben existieren können.

In den häufigsten Fällen kostet ein eBook zwischen
€ 0,99 und € 3,99 und ist somit preiswerter als eine Packung Zigaretten.
Das eBook fällt somit in ein Preisgefüge, das sich so gut wie jeder leisten könnte und dem Selbstverleger die Möglichkeit gibt, seine Kosten, die er zuvor investiert hat, wenigstens annähernd zu decken.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Welt der eBooks und Bücher sehr kurzlebig ist.
Auch Verlagsautoren können davon ein Lied singen. Heutzutage wird dem Autor vom Verlag hauptsächlich der Vertrag für ein Manuskript angeboten. Langzeitverträge, die dem Autor über mehrere Jahre ein gesichertes Einkommen bieten, bilden eher die Ausnahme.

Dem Selbstverleger bleibt nur wenig Zeit, sein Buch bekannt zu machen, geschweige denn seinen Namen in das Haifischbecken zu werfen und darauf zu hoffen, dass sein Buch Aufmerksamkeit erfährt. Nur die wenigsten Selbstverleger schaffen es, sich über einen längeren Zeitraum  in den Listen mindestens sechs Monate, oder gar ein Jahr, auf den oberen Rängen zu halten.
Zuvor hat der Autor viel Herzblut, Zeit und GELD in das Manuskript investiert.

Ohne ansprechendes Cover, fällt ein Buch erst einmal nicht auf, also verpasst man ihm ein hübsches Kleid.
Als Selbstverleger ist man kreativ. Doch reicht es auch, um ein gutes Cover zu erstellen?
Nicht jeder ist ein begnadeter Grafiker. Also wird ein Designer beauftragt, der ein Cover erstellt. Auch dahinter steckt ein Mensch, der seinen Lebensunterhalt verdienen muss.

Das Manuskript durchlief ein oder zwei Lektorate und bestenfalls noch ein Korrektorat.
Hinter einem Lektor und Korrektor steht kein Computer. Kein Programm, das dem Autor sagt (auch wenn einige Softwareprogramme das behaupten, es werden nie alle Fehler angezeigt), welche grammatikalischen Fehler oder Stilfehler sich in dem Manuskript befinden. Das kann letztendlich nur ein Mensch. Und der möchte seine nächste Miete ebenfalls gern bezahlen.

All diese Kosten muss der Selbstverleger erst einmal aus eigener Tasche bezahlen. Ob es sich am Ende für ihn auszahlen wird, steht auf der Seite der Bilanz, wenn alles positiv verläuft, das Buch gut ankommt und sich VERKAUFT.

Im Selfpublishing gibt es keinen Verlag, der für den Autor in Vorkasse tritt. Keine Marketingfirma, die kostenlos die Werbetrommel für das Buch schlägt.
Die meisten Buchhandlungen sträuben sich, Bücher aus dem Selfpublishing  in ihr Programm aufzunehmen.

Als Selfpublisher hat man wenig Zeit, hinter seinem Werk herzurennen, die Internetseiten zu durchforsten, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wo und warum gerade sein Werk wieder einmal auf einer zwielichtigen Internetseite zum kostenlosen Download angeboten wird.
Ein Selbstverleger investiert die Zeit lieber ins Marketing. Versucht sein Buch an den Mann oder die Frau zu bringen. Schreibt neue schöne Geschichten.
Geschichten, die darauf warten, gelesen zu werden, weil sie es Wert sind.
Dann beginnt die Maschinerie von Neuem.

Natürlich gibt es auch den ehrlichen Leser, der die Arbeit, die vom ersten Funken einer Idee bis hin zum fertigen Buch, zu würdigen weiß und das Geld investiert.
Dem Selfpublisher freut es, weil es ihm so die Möglichkeit bietet, etwas, für das sein Herz besonders schlägt, weiterzumachen.

Ich möchte gern ins Gedächtnis rufen, dass viele Bücher auf dem Markt sind, die für € 0,00 angeboten werden.
Diese Bücher sollte man nicht unterbewerten. Ich habe bereits einige davon gelesen, bei denen es sich lohnt, dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Gute Geschichten, geschickt aufgebaute Plots, Schreibstile, die in einem Verlag keinen Unterschlupf finden, weil er zu individuell ist.
Diese Bücher gehen in der Masse des Angebots unter.

Warum also, liebe Betreiber dieser Warum-sollte-ich-für-ein-eBook-bezahlen?-Seiten, helft ihr nicht diesen AutorInnen und vertreibt ausschließlich deren Bücher?
Sie sind zum kostenlosen Download freigegeben und manch einer von ihnen wird sich bestimmt freuen, wenn sein Buch mehr Leser bekommen könnte und das Werk nicht vom eBook-Dschungel verschlungen wird.

Und WENN jemand eines dieser unautorisierten und für kostet-nix angebotenen eBooks – ohne schlechtes Gewissen – herunterlädt, dann sollter dieser jemand wenigsten den Anstand besitzen und eine Rezension auf den bekannten Portalen wie Amazon, Thalia.de, ebook.de etc. hinterlassen.
Damit hätte man dem Autor wenigstens etwas zurückgegeben, und auch das kostet …  NICHTS!

Denkt bitte darüber nach, bevor ihr das nächste Mal einem Autor seinen Traum zerstört und dessen Buch für Lau anbietet, oder eines dieser Bücher von diesen zweifelhaften Seiten herunterladet.

Ohne diesen Autorinnen und Autoren, die ihre Träume aufschreiben, wird es bald weniger von diesen schönen und außergewöhnlichen Geschichten geben.

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