Lesung: Liebessprung

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Christiane Bößel packte die Gelegenheit beim Schopfe und meldete sich bei mir, um mir ihr Buch vorzustellen.
Nachdem der erste Kontakt hergestellt war, bekam ich von ihr die Leseprobe, die wie folgt begann:

Ich hatte die Schnauze voll von Penissen.

Nun, diesen Satz ließ ich erst einmal in mir wirken und haderte eine Minute wegen seiner Doppeldeutigkeit.

Wenn ich eine Autorin oder einen Autor und sein Werk vorstelle, weiß ich im Vorwege nie, ob nicht auch Kinder unter den Gästen anwesend sein werden und an der Lesung teilnehmen. Doch diesen Gedanken schickte ich erst einmal in den hinteren Teil der Schublade meines Gewissens und begann die ersten Kapitel von ihrem Buch
Liebessprung zu lesen.
Immer wieder musste ich schmunzeln, über den erfrischenden Liebessprungund humorvollen Schreibstil der Autorin.
Anfangs dachte ich, es wäre ein Herz-Schmerz-Liebesroman, und er wäre für eine Präsentation auf dem Sci-Fantasy Dinner nicht geeignet, bis sich dann herausstellte, dass der Liebhaber aus einem Paralleluniversum kam und somit die Voraussetzung für die Vorstellung des Romans erfüllt war.
Nun wurde ich ganz kribbelig und konnte es kaum abwarten, wie die Zuhörer darauf reagieren würden. Meine Neugierde war geweckt.

Diesmal bekam ich sogar ein Ansteckmikrophon verpasst. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Nach anfänglichen technischen Pannen, die aber zügig behoben wurden, konnte es dann losgehen.12232932_981085315284693_2408345185007729226_o

Ich war froh, dass ich Textauszüge ausgesucht hatte, die auch für ein jüngeres Publikum ‚geeignet‘ waren, denn wir hatten zwei Kinder unter den Zuhörern.

Während ich den Text vorlas, waren nur Geräusche aus dem Gastraum des angrenzenden Restaurants und der Küche zu vernehmen.
Nachdem ich geendet hatte und Applaus den Raum erfüllte, trat plötzlich einer der Zwerge vor mich. Mit stolz erhobener Brust hob er seinen Arm. Erstaunt sah ich ihn an und wollte gerade meine Frage formen, als ich sah, wie seine Hand sich zu einer Faust ballte. Jäh schnellte sein Daumen in die Höhe, gefolgt von einem schelmischen Grinsen.
Das wohl schönste Kompliment, das man als Vorleserin bekommen kann:
einen „Daumen hoch“ hatte er mir gegeben. Anscheinend hat ihm die Geschichte auch sehr gut gefallen.

Maren G. Bergmann

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