Bestsellerautorin wagt ersten Schritt ins Selfpublishing

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Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Autor sich nicht mehr freiwillig von seinem Verlag betreuen lässt, mit dem er über einen längeren Zeitraum gearbeitet, eine tiefe Vertrauensbasis geschaffen, und der den Autor über viele Jahre hinweg gut vertreten hat. Schließlich steht ein Verlag immer hinter seinem Autor. Er sorgt sich um die Öffentlichkeitsarbeit, die, wie alle Selfpublisher bestens wissen nicht ohne ist, und einen Großteil zum Erfolg beiträgt.

Die Autorin Cornelia Funke (Tintenherz / Die wilden Hühner) wagt nun den Schritt ins Selfpublishing.
Was bewegt eine Bestsellerautorin dazu den Verlag zu verlassen, und unter die Selfpublisher zu gehen?

Die Antwort ist einfach:

Kreativität ohne Einschränkungen

Jeder, der ein Lektorat hinter sich gebracht hat, wurde bestimmt schon mit dem Satz Kill your darlings konfrontiert.
Da blutet jedem Autor das Herz, wenn dem Lektor eine Passage im Text nicht gefällt, an der man wochenlang gefeilt hat, oder gar ein ganzes Kapitel verschwinden soll.
Oftmals sind es gute Gründe, weshalb der Lektor sich gegen Textauszüge oder Kapitel entscheidet, und der Autor ist gut beraten dem Folge zu leisten.

Wie verhält es sich aber, wenn der Autor von dem Kapitel oder der Passage überzeugt ist?
Das dieses Kapitel ein wichtiger Beitrag zur Geschichte leistet?
Vielleicht möchte der Autor sich aber auch nur einmal neu ausprobieren?

Ein Verlag bleibt sich treu.
Frei nach dem Motto Never change a winning team ist er nur sehr schwer davon zu überzeugen, einen anderen Weg einzuschlagen, oder gar eine kleine Abweichung zu machen.
Zu groß scheint die Angst zu sein, dass man wertvolle Leser verlieren könnte.
Dieses Risiko geht ein Verlag nur ungern ein.
Verständlicherweise, denn es wird immer eine Menge Geld in die Promotion eines Werkes investiert. Und niemand setzt gern einen höheren Geldbetrag in den Sand.

Da bleibt dann nur der Schritt ins Selfpublishing.

Frau Funke wagt nun mit ihrem Eigen-Verlag Breathing Books diesen Schritt. Vorerst betrifft es Veröffentlichungen für den amerikanischen und englischen Markt.

Natürlich hat nicht jeder Selfpublisher eine Vita wie Cornelia Funke vorzuweisen.
Vielleicht ist es aber eine gute Möglichkeit, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass nicht jeder Autor, der nicht unter einem Verlag veröffentlichen kann oder will, ein miserabler Autor sein muss.

Es könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, um Selfpublishern den schlechten Ruf, der ihnen anlastet, ein wenig entgegenzuwirken. Denn unter Selfpublishern gibt es ebenfalls Autorinnen und Autoren, die ihre Manuskripte einem Lektorat und Korrektorat unterziehen, bevor sie das Buch der breiten Masse zur Verfügung stellen, um ein qualitativ hochwertiges Lesevergnügen zu gewährleisten.

Am Ende ist es sowieso der Leser, der entscheidet, ob ihn das Buch gefallen hat.

Maren G. Bergmann

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