Noch eine Highschool Story….

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Am Samstag Mittag machte ich es mir auf dem Sofa bequem und nahm ein Buch in die Hand, das ich erst kürzlich erworben hatte.

Als die Dämmerung einsetzte, kam mein Mann die Treppe herunter, um nach mir zu sehen. Ich war ihm zu ruhig und er befürchtete, dass mir etwas zugestoßen sei. Vorsichtig steckte er den Kopf um die Ecke, und als er das Wohnzimmer betrat, bot sich ihm ein Bild, das er eher selten von mir zu Gesicht bekommt.
Die Augen starr auf die Zeilen gerichtet, saß ich steif auf dem Sofa und las. Ich bekam noch nicht einmal mit, als er mich das erste Mal ansprach und mich nach unseren abendlichen Plänen fragte.

Bisher gab es nicht viele Bücher, die es geschafft haben, mich über mehrere Stunden zu fesseln. Doch von dieser Story konnte ich mich einfach nicht lösen.

Auf den ersten Seiten war ich noch nicht überzeugt, da ich vermutete, es würde sich hier um einen High-School Roman handeln: Teenies, im prüden Amerika, steuern auf ihren Schulabschluss zu. Vermutlich würde die Feier von irgendwelchen Rowdies oder Terroristen oder hirngeschädigten Individuen gesprengt. Schließlich sollte es ja ein Thriller sein, mit Horroreffekt.
Meine Fantasie assoziierte damit sofort bunte Bilder à la Hollywood, kreischende Teenager, gewürzt mit einer Extraportion Blut. Dennoch spürte ich bereits auf den ersten Seiten, dass es hier nicht ganz der Fall sein konnte.

Jimmy, ein Junge, der in einer intakten Familie aufwächst, gut mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder auskommt, intelligent und gut aussehend ist, soll ein Außenseiter in der Schule sein? Das kam mir doch sehr suspekt vor.

Ich erzähle dir kurz den Inhalt – ohne Spoileralarm:

Jimmy, ein Junge kurz vor seinem Schulabschluss, steht auf BDSM und besitzt davon eine Videosammlung. Genauer gesagt steht er auf Frauen, die man an den Handgelenken aufhängt, und er bei deren Anblick seine sexuellen Höhepunkte zu Tage fördert.
Er entführt Samantha King, ein Mädchen, das auf seine Schule geht, und lebt diese Fantasie aus, die für Samantha die Hölle auf Erden birgt.
Als schließlich die beste Freundin von Samantha King Jimmy ebenfalls in die Hände fällt, ist es fast unmöglich, das Buch noch aus der Hand zu legen.
Da wirkt selbst die Romanze, die sich zwischen Jimmy und Tina entwickelt, nicht aufgesetzt oder störend.

Wer hier an die BDSM-Spiele, wie sie in Büchern wie Shades of Grey oder 80 Days denkt, wird lange danach suchen müssen. Gegen Jimmy sind diese Bücher romantisches Geplänkel.

Für Jimmy hat der Autor gut recherchiert, was geschehen kann, wenn ein Mensch über einen gewissen Zeitraum an seinen Handgelenken aufgehängt wird. Was mit Körper und Psyche passieren kann. Alles wirkt, als sei es sehr nah an der Realität.

Obwohl hier nichts beschönigt oder abgemildert wird, driftet die Geschichte nicht in einen Splatter Roman ab.

Wer es gern ein wenig realer mag, ohne viel Fiktion, kann beherzt zu diesem Buch greifen.

Jimmy, ein BDSM-Thriller von William Malmborg – Genau meine Kragenweite.

Maren G. Bergmann

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