Sind Thriller und Krimis zu blutrünstig?

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„Wieso werden Thriller und Krimis immer brutaler?“

Diese Frage stellte sich vor kurzem Krimispezialistin Miriam Semrau, nachzulesen:  www.boersenblatt.net

Die Welt ist nur noch ein Dorf. Durch die Medien werden wir mit Fluten an brutalen Bildern Tag für Tag konfrontiert. Ebenso tragen Computerspiele und Internet dazu bei, dass blutige Gewalt nichts Außergewöhnliches mehr ist. Jugendliche schockiert das kaum noch. Ganz im Gegenteil. Man steht diesen Taten schon fast leidenschaftslos gegenüber.

Aber: Müssen Thriller und Krimis ähnliche Inhalte beschreiben?

Es ist doch eine Frage des Geschmacks, was mich als LeserIn in seinen Bann zieht.
Auch ich lese gern Geschichten, die mich in eine dunkle Welt entführen. Es muss nicht gerade ein Splatterkrimi sein, doch wenn sein Inhalt mich fesselt, und mich das Buch nicht aus der Hand legen lässt, hat der oder die AutorIn bei mir ins Schwarze getroffen.
Ob nun darin eine zerstückelte Leiche genauer beschrieben wird, oder nur die unheimliche Suche nach der Leiche in einem dunklen Keller, beides käme für mich infrage. Und in Kombination finde ich diesen Weg unschlagbar.
Auch tauche ich gern in die kaputte Psyche des Killers ein und versuche so sein Handeln zu verstehen. Je mehr Informationen mir die Geschichte enthüllt, desto faszinierter bin ich, da ich mich so besser in die kaputte Person hineinversetzen kann. Mit ihr fühle, obwohl diese eine abscheuliche Tat vollbracht hat.
Natürlich spielt das Kopfkino dabei eine Rolle.
Wenn ich es nicht ertrage, über Leichen zu lesen, wieso kaufe ich mir dann erst so ein Buch? Meistens steht es doch bereits im Klappentext, ob ein Mord untersucht wird, oder nach einer verschwundenen Person gefahndet wird. Schließlich wissen wir auch nicht erst seit gestern, dass der Mensch ein Raubtier ist.
Wem das alles zu viel ist, sollte auf Agatha Christie oder Ruth Rendell zurückgreifen.

Einer meiner absoluten Lieblingsromane ist
„The Collector“ von John Fowles, der bereits 1965 unter der Regie von William CollectorWyler verfilmt wurde. Die Verfilmung ist sehr nah am Buch angelegt und mit zwei hervorragenden Schauspielern – Terence Stamp und Samantha Eggar – besetzt. Dennoch habe ich beim Buch mehr gelitten. Kein Blut! Und Spannung pur, bis zum Ende.

Zum Glück ist heutzutage das Angebot an Thriller und Krimis so außerordentlich groß, dass für jeden etwas dabei ist.
Genau diese Vielfältigkeit finde ich spannend.

Maren G. Bergmann

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