Contemporary Fantasy – Was genau bedeutet das?

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Contemporary Fantasy oder zeitgenössische Fantasy (selten auch Phantastik/Fantastik) ist ein Subgenre der Fantasy-Literatur.

Contemporary Fantasy bezeichnet Texte aus dem Bereich der Fantasyliteratur, in denen die reale Welt von phantastischen Elementen durchbrochen wird. Dies geschieht meist als eine Verquickung des Alltags der Gegenwart mit alten und modernen Mythen, etwa durch Einbindung übernatürlicher Kräfte und Fabelwesen, die aus dem Repertoire der Fantasy stammen.
Auch das Auftreten von Göttern und ihren Boten ist nicht unüblich.

Gelegentlich verschmelzen reale und phantastische Welt aber nicht miteinander, sondern berühren sich nur, etwa wenn der Held durch magische Tore oder Rituale in eine Fantasywelt übertritt.
Diese Erzählungen und Romane, in denen eine phantastische Welt völlig eigenständig neben der Alltagswelt existiert, werden von manchen Literaturwissenschaftlern und Kritikern nicht der eigentlichen Contemporary Fantasy zugerechnet. Die moderne Welt bildet hier nur den Ausgangspunkt einer Rahmenhandlung, in der der Held einer Geschichte in eine Fantasy-Welt mit eigenständigen Schauplätzen, Figuren und Regeln eintritt, die die Alltagswelt nicht beeinflussen.

Die Contemporary Fantasy unterscheidet sich von der Historical Fanatsy  (historische Fantasy) nicht nur durch den Gegenwartsbezug. Die zeitgenössische Fantasy umfasst maximal die Zeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute. Der Schwerpunkt der meisten Romane liegt aber in einem modernen heutigen Setting, das oft dem städtischen Bereich mit seiner Schnelllebigkeit und seinen Konflikten entstammt. Im Gegensatz dazu ist die Historical Fantasy in einer lange vergangenen Zeit angesiedelt, in der den Mythen noch eine reale Bedeutung und Göttern und Magiern noch eine reale Macht zugeschrieben worden ist. In Werken der unserer zeitgenössischen Fantasy wird sie als eine im Schwinden begriffene und von den meisten Menschen kaum mehr bemerkte Macht dargestellt.
Helmut W. Pesch schreibt dazu: Diese Art Fantasy spielt in unserer Realität, in welcher die Magie einbricht – aber in einer Art und Weise, dass sie als damit vereinbar angesehen wird.

(Quelle: Wikipedia)

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4 Gedanken zu “Contemporary Fantasy – Was genau bedeutet das?

  1. Rita Wagner

    Hallo Maren, leider ist meine email irgenwie in den Kommentar von Thomas geraten. Kannst du die bitte rauslöschen? Ich möchte nicht, dass die ganze Welt meine Email-Adresse kennt. Danke Rita

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  2. Thomas

    Hallo Maren,
    oje, was steht da bloß in Wikipedia!?
    Deren Definitionen zu „Fantastik“ und ihren Untergattungen und historischen Mischungen sind komplett überholt. Moderne Medien-Wissenschaftler – selbst Literatur-Wissenschaftler an den rückständigen Uni-Bereichen – diskutieren das Thema inzwischen völlig anders und kontrovers.
    Eines wird bei allem Theorie-Geklingel immer klarer: Man muss konset geschlossene Welten von offenen Welten unterscheiden! – Geschlossene Welten sind „zukünftige Welten“ (Science Fiction), „unmögliche Welten“ (Fantasy) und „andere Welten“ (Alternativ- oder Parallelwelten). Daneben – und historisch früher – entstanden Werke offener Welten (Kollisionen von Realistik und „Fantastik“-Welten).
    „Fantastik“ ist demnach nicht dasselbe wie „Phantastik“. Die Weltenkollision („Phantastik“) ist eine Genre-Mischung, „Fantasy“ ein Genre des Über-Genres „Fantastik“. „Fantastik“ fasst – im Gegensatz zu „Realistik“ – alles zusammen, was Nicht-Real ist:
    „Fantastik“ = Science Fiction + Fantasy + Alternativ-/Parallelwelten + Phantastik (Weltenkollisionen zwischen Realem und Nicht-Realem).
    Die zuletzt genannte Kollision/ „Durchdringungen des Alltags“ nannte schon der bekannte Strukturalist Tzvetan Todorov „Phantastik“ mit „Ph“ geschrieben. Nur diese Art von Einbrüchen des Fremden in unseren Alltag ist das, was im Gewusel bei Wikipedia fälschlicher Weise gleichsetzt wird mit „Fantastik“ mit „F“ oder „Contemporary Fantasy“ genannt wird. Ein Einbruch offener „Fantastik“ in die Realität ist aber keine „Fantasy“ und schon gar kein Sub-Genre der „Fantasy“. Genau andersherum stimmt es: „Fantasy“ gehört zu den geschlossenen Welten und ist ein Genre der „Fantastik“! –
    Im 19. Jahrhundert existierte kaum echte -„Fantasy“. Entweder lagen Mythen vor, die ja „veraltete Welterklärung“ und damit „überholte Realistik“ waren, oder gewollte „Phantastik“ mit Einbrüchen fiktiver (magischer) Elemente in den damaligen z.B. viktorianischen Alltag. Gewollte „Fantasy“ in abgeschlossenen Welten (nicht als Märchen für Kinder), bildete sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts als Abnabelung von „Fiktiver Phantastik“ (Realistik in Kollision mit fiktiven/unmöglichen Elementen (z.B. Zauberern)) heraus. Somit gibt es keine „Historical Fantasy“, denn Historisches ist vergangene Realität. Oder aber das Werk ist fantastisch und nutzt lediglich historische Fragmente („Phantastik“ oder mittelalterlich-formale „Fantasy“ heutzutage). „Historical Fantasy“ ist eine unglückliche Bezeichnung, die dazu führt, dass heute echte fiktionale Historien-Romane zusammen mit „Fantasy“ in einem Regal stehen (würgggg). Irgendwann denken Leser neuzeitlich noch, Bismarck war ein Org… –
    Die „Phantastik“ mit magischen und/oder zukunftstechnischen Alltags-Einbrüchen ist nicht am Schwinden. Gerade in Kino und TV nehmen diese Werke massiv zu. Was verschwindet ist zunehmend die reine „Science Fiction“. Und was sich allerdings ändert: Es entsteht mehr und mehr „Multiple Fusions-Fantastik“. Hier verwischen in der Werke-Innensicht (durch die Augen der Protagonisten gesehen) alle Grenzen zwischen Realität und „Fantastik“ komplett (z.B. bei Superhelden-Geschichten.). – Doch aus Außensicht wird das Ganze immer als fantastisch empfunden. Das macht ja gerade den Reiz aus. –
    Zu diesen Themen haben wir – vieles aus aktuellen Diskussionen – bei „www.Fantastik-online.de“ und „www.metawelten.de“ stehen! Wikipedia ist da inzwischen eine unglückliche Quelle auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner aller Irrtümer der vielen Beteiligten (viele Köche…).
    Mit „Klugscheißer“-Gruß,
    Thomas

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    • Hallo Professor Thomas! 😉
      Nee, im Ernst!
      In den Irren und Wirren des Internets kann man sich ganz schön verfransen…
      Umso mehr freut es mich, dass du hier ein wenig Aufklärungsarbeit leisten konntest – Dafür vielen Dank!
      Ich erinnere mich an deinen tollen Vortrag. Gespickt mit vielen Informationen, die ein kleines Menschenhirn kaum fassen konnte.
      Hinterher war ich so geflasht, dass ich Nachts noch davon träumte.
      So, so. Es wird also diskutiert…. Ist denn schon ein Ende der Diskussion in Sichtweite? Oder sind die „Gelehrten“ sich noch immer nicht einig?
      Wie ist denn da der Stand der Dinge?
      Und wann ist das nächste Gipfeltreffen? Gehst du dann hin?

      Untergebenst,
      Maren

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